18.02.2026

AMTSHOF, Auf dem Amtshof 8, Großburgwedel|Mittwoch, 18.02.2026, 18:30 Uhr

ANNETTE BEHNKEN zu Gast: "Sterben gehört zum Leben: Warum Hospizarbeit uns alle betrifft"

Alle 30 Sekunden stirbt in Deutschland ein Mensch.

Denjenigen, die andere auf ihrer letzten Reise begleiten, sind Gespräche über Tod und Sterben nicht fremd.

Auch die Fragen nicht, auf die es keine Antworten gibt. Die Menschen, die andere auf ihrer letzten Reise begleiten sind da, wenn es still wird. Sind da, wenn der Tod passiert. Zuhause. Auf Palliativstationen. In Hospizen. In Pflegeeinrichtungen. Sie begleiten. Bis zum letzten Atemzug. Und sie alle kennen vermutlich die Reaktion, wenn sie von ihrer Arbeit erzählen: „Was? So etwas machst du? Das könnte ich nicht!“
Sterben ist ein Thema, das wir in unserer Gesellschaft gern an den Rand schieben. Die Auseinandersetzung mit dem Lebensende macht Angst. Sterben und Tod sind unbekanntes Terrain, in dem die üblichen Wegmarkierungen des Lebens, die gewohnten Kategorien von richtig und falsch, von schön und hässlich, von Glanz und Elend verschwimmen.

Wir kennen uns nicht mehr aus mit dem Sterben. Anders, als noch die Generationen vor uns: Tote Menschen wurden aufgebahrt, oft zu Hause. Man konnte den Tod sehen und sogar anfassen, ihn begreifen. Heute sterben über 50% der Menschen in Deutschland im Krankenhaus, etwa 30% in stationären Pflegeeinrichtungen und die wenigsten zu Hause – obwohl sich die meisten Menschen wünschen, zu Hause zu sterben. Wir haben das Sterben outgesourct.

Es ist eines der Anliegen der Hospizbewegung, das Sterben wieder ins Gespräch zu bringen, zurück ins Leben sozusagen. Zum einen, um die Rahmenbedingungen für ein „gutes“ Sterben zu verbessern. Zum anderen, weil wer sich mit dem Lebensende auseinandersetzt, oft etwas Überraschendes erfährt: Es geht, wenn es um das Sterben geht, nicht nur um den Tod, sondern zutiefst um das Leben – um Würde, Beziehung, Nähe, Verletzlichkeit und Verantwortung. Hospizarbeit stellt genau diese Perspektive in unser Bewusstsein zurück. Sie begleitet Menschen in einer Zeit, in der Existenzielles sichtbar wird: Was zählt? Was trägt? Wofür lebe ich und wofür möchte ich gelebt haben? Wie wollen wir sterben?

Der Vortrag von Annette Behnken lädt dazu ein, den Blick zu weiten.

Es geht um einen gesellschaftlichen Auftrag, der uns alle angeht. Denn wie wir als Gemeinschaft mit dem Sterben umgehen, sagt viel darüber aus, wie wir leben wollen.

Wir laden Sie recht herzlich ein zu einem Abend mit Annette Behnken und den Ehrenamtlichen des Ambulanten Hospizdienstes. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen im Anschluss auch in vertraulichen Gesprächen zur Verfügung. Sprechen Sie uns gern an.

 

Annette Behnken

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